Maori Culture and White Water Rafting - A weekend of fun and education

Am Freitag war die große Eröffnungsfeier zu Ehren der Rugbyweltmeisterschaft 2011 in Neuseeland. Der Hafen wurde für die Menschenmassen gesperrt und große Leinwände wurden über die Straßen gespannt, um das 1. Rugbyspiel an der Queens Wharf anzuschauen. Auckland ist für große Menschenanstürme einfach nicht ausgerüstet, was man hier wieder gemerkt hat. Nach dem Spiel ist gleich mal das halbe Zugsystem zusammengebrochen, die Busse waren voll oder hatten Verspätung und es gab quasi keine Chance aus der Stadt wieder nach Hause zu kommen. Da mir das schon vorher klar war, habe ich mir das auch nicht angetan. Meine Gasteltern wollten in ein Pub in der Stadt gehen und deshalb hatte ich vorgeschlagen etwas mit Charles zu unternehmen. Zunächst waren wir auf einer kleinen Rugbyfeier für Kinder von einem seiner Schulfreunde. Danach sind wir alle auf den Mount Hobson, um uns das Feuerwerk anzuschauen. Man hatte eine super Aussicht, es gab fast kein Gedränge und danach waren wir auch wieder schnell zu Hause. Das Highlight des Feuerwerks waren 4 Kiwis, die durch mehrere gelbe Feuerwerkskugeln dargestellt wurden. Ein weiterer Grund nicht in die Stadt zu gehen, bestand darin, dass ich einen zweitägigen Trip nach Rotorua gebucht hatte. Um 9 Uhr Samstags Morgens ging es von der Stadt aus los. Vera, eine ausgewanderte Deutsche, leitet ein paar kleine Trips vom Pukeko Au Pair Club, die man buchen kann. Mit einem kleinen Bus ging es also Richtung Rotorua. Zunächst hatten wir 2 kurze Fotostops. Einmal an der großen L&P Flasche (Lemon and Paeroa, eine neuseeländische Limonadensorte) in Paeroa und einmal an einer überdimensionalen Kiwi in Te Puke. Danach ging es zum Mount Maunganui, der direkt in der Bay of Plenty liegt. Die Maori erzählen sich die Geschichte, dass dieser Berg einmal mit anderen großen Bergen in einiger Entfernung stand. Jedoch waren ihm die anderen Berge zu eingebildet. Deshalb beschloss er, sich von ihnen abzuwenden. Er rief also Feen herbei, die ihn ins Meer ziehen sollten, worin er versinken wollte. Jedoch vertragen diese Feen kein Sonnenlicht, weshalb sie ihn auf halbem Weg verlassen mussten. Deshalb steht er auf seinem heutigen Platz, direkt an der Küste. Er hat auch den Namen: Berg ohne Namen, da er so vereinzelt dasteht. Geologisch gesehen, ist er ein Überrest eines Vulkanausbruchs, vor ca. 4,3 Mio Jahren. Wir hatten 1 Stunde Zeit, um uns am Strand aufzuhalten und etwas zu Mittag zu Essen. Auch dieser Strand hatte unzählige Muscheln, aus denen ich mir 4 als Souvenir ausgesucht habe. Daraufhin ging es nach Maketu. Wir sollten theoretisch im Marai (Gemeindehaus oder Versammlungsort) des Dorfes schlafen, jedoch hatte sich Freitags ein Todesfall ereignet und der Tradition nach, wird der Leichnam im Marai aufgebahrt und die Angehörigen schlafen mit ihm 3 Nächte darin. Deshalb wurde uns ein Sommerferienhaus in diesem Ort zur Verfügung gestellt, mit super Ausblick auf Strand und Meer. Zunächst wurde für uns eine Art Begrüßungszeremonie (Powhiri) abgehalten. Durch Maorigesang wurden wir zuerst aufgerufen. Wir Mädels mussten hinter unserer Führerin (Vera) hinter das Haus gehen. Im Garten hatten sie zwei Reihen von Stühlen aufgestellt, die sich gegenüber standen. Wir stellten uns vor unsere Stühle und zusammen setzten sich beide Gruppen. Uns gegenüber saß eine Maorifamilie , die in diesem Dorf lebt. Durch die Zeremonie nehmen sie uns quasi in ihre Familie auf und wir gehören damit dazu. Zunächst folgte eine kleine Begrüßung des Familienältesten auf Maori und dann auf Englisch. Danach wurde ein Gebet auf Maori gesungen. Wir sangen im Gegenzug 3 Strophen des Liedes “Danke”, dass man aus dem Gottesdienst und aus der Schule kennt. Danach ging es in einer Reihe zu den Familienmitgliedern und es man bekam von jedem einen Wangenkuss. Der berühmten Nasenkuss wird nur bei Männern angewendet. Durch diesen Kuss teilt man ein Stück seiner Seele mit der Seele des anderen. Darauf folgte ein 2. Gebet auf Maori. Normalerweise wäre die Zeremonie im Marai durch den Dorfältesten durchgeführt worden, doch durch den Trauerfall ging dies nicht. Das Prinzip ist jedoch dasselbe. Vera erzählte, dass der Dorfälteste sehr streng am Protokoll festhält und in der Zeremonie keine Frauen sprechen dürfen. Somit konnten wir etwas davon abweichen und Vera konnte die Begrüßung erwidern. Anschließend gab es einen kleinen Rundgang durch einen Einheimischen zum Strand, zu einem anderen Marai, zu einer anglikanischen Kirche und auf einen Hügel, um den Sonnenuntergang zu betrachten. Der Geschichte nach ist Maketu die älteste Maorisiedlung und der Landungspunkt des Kanus Te Arawa, mit dem die Besiedlung der Maori ab dem 14. Jahrhundert stattfand. Während unseres Rundgangs wurde uns von der Familie ein Hangi zubereitet. Hangi ist das traditionelle Kochen der Maori im Erdofen. Dazu wird ein Loch gebuddelt, es werden heiße Steine hineingelegt und das in Tücher eingewickelte Fleisch. Danach wird das Ganze wieder vergraben. Dazu gab es Kumara (Süßkartoffel), Speisekartoffeln und Pumpkin (Kürbis). Danach haben wir uns zusammen auf einer großen Leinwand das Rugby-WM-Spiel England vs. Georgien angeschaut. Als Überraschung gab es sogar noch ein kleines Feuerwerk. Man hat sich gefühlt, als ob man mit alten Freunden einen schönen Abend verbringt, und nicht mit Menschen, die man erst seit ein paar Stunden kennt. Die Freundlichkeit dieser Menschen ist echt, nicht gespielt. Das merkt man sofort. Da das Ganze in der Garage stattfand, gab es nach dem Essen natürlich noch Decken für die verfrorenen Au Pairs und in unserem Zimmer wurde ein kleiner Ofen entzündet. Sonntags nach dem Frühstück wurde noch einmal eine Verabschiedungszeremonie gehalten, in der wieder von beiden Parteien gesungen wurde. Wir bekamen auf Maori Viel Glück für unsere weitere Reise und unseren Aufenthalt in Neuseeland gewünscht und wir bedankten uns für die Gastfreundlichkeit. Danach gab es wieder Küsse und Umarmungen und wir wurden mit den Worten entlassen: “ Ihr wisst ja wo wir wohnen!” . Somit machten wir uns auf den Weg nach Rotorua. Dort gab es eine kleine Stadtführung mit Stopps am berühmten Badehaus im Government Gardens und den Hot Springs (heißen Quellen) im Park, die in verschiedenen Farben geblubbert haben, je nachdem, welches Element darin gelöst ist. Rotorua ist bekannt für seine heißen Quellen und den dazugehörigen Schwefelgeruch in der ganzen Stadt. Danach ging es weiter zu einer alten Maorikirche (die Maori wurden schon früh von den Siedlern bekehrt). In dieser Kirche gibt es ein Fenster mit der Abbildung Jesus, der einen Maorihäuptlingsmantel trägt. Das Fenster ist Richtung Meer gerichtet und von der Kirchenbank sitzend sieht es so aus, als ob Jesus auf dem Wasser läuft. Zum Schluss ging es noch zum Lake Rotorua, auf dem man schwarze Schwäne sehen kann. Da es leider an diesem Tag nur geregnet hat, sind wir jedoch nicht aus dem Auto ausgestiegen. In der Mitte des Lake Rotorua liegt eine kleine Insel mit dem Namen Mokoia. Dazu gibt es auch eine sehr schöne Geschichte und das Lied “Pokarekare Ana”, das uns von den Maori während der Abschlusszeremonie gesungen wurde. “Die schöne Jungfrau Hinemoa lebte einst am Ufer des Sees. Sie war die Tochter eines wichtigen Stammesanführers und deshalb war es Aufgabe des Stammes einen Ehemann für sie auszuwählen. Bei einer Versammlung sah Hinemoa Tutanekai, der auf der Mokoia-Insel wohnte. Sie verliebte sich in ihn, und er sich in sie. Doch es gab für die beiden keine gemeinsame Zukunft, denn Tutanekai war von zu geringer Klasse und kam nicht als Ehemann in Frage. Der traurige Tutanekai saß auf seiner Insel und spielte betrübte Lieder auf seiner Flöte, die zur elenden Hinemoa hinüber drifteten. Eines Nachts bastelte Hinemoa sich einen Rettungsring aus leeren Kürbisflaschen und schwamm den Flötentönen entgegen. Sie erreichte die Insel und ging als erstes zu dem heißen Pool, um sich aufzuwärmen. Sie traf dort auf Tutanekais Sklaven, der Wasser holen sollte. Hinemoa zerbrach sein Wassergefäß. Der Sklave erzählte Tutanekai von dem Vorfall, woraufhin dieser zum Pool ging, um der Sache auf den Grund zu gehen. Die Liebenden waren endlich vereint und Hinemoas Stamm akzeptierte Tutanekai als ihren Ehemann. “ Den Schluss unseres Weekendtrips bildete das White Water Rafting auf dem Kaituna River. Zunächst wurden wir natürlich mit allem ausgestattet. D.h. mit einem dicken Fleecepulli, einem Neoprenanzug, passenden Schuhen, einer Art Regenjacke, Rettungsweste und Helm. Nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung wurden wir dann mit einem Bus zum Fluss gefahren und in 2 Gruppen auf die Boote verteilt. Wir mussten 40 Minuten paddeln und uns anhören dass wir das wie Mädchen tun. “Be strong and not like little chicks”. Aber etwas Angst darf man wohl haben, wenn es gleich den 7 m Wasserfall runter geht, dem weltweit größten kommerziellen Rafting Wasserfall! Die andere Gruppe hat sich zuerst gewagt und ist umgekippt. Daraufhin konnten wir es natürlich nur besser machen, was wir auch taten! Zum Schluss waren wir einfach nur stolz, es hat super viel Spaß gemacht und trocken waren wir unter unserem Anzug auch noch. Dafür nimmt man auch einen Tag später etwas Muskelkater in Kauf. Nach unserer Rückkehr zum Ausgangspunkt gab es von Vera noch Kaffee, Tee und Kekse zum Aufwärmen und dann ging es schon wieder zurück nach Auckland.

12.9.11 09:57

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Annette (14.9.11 21:19)
Angst !!!
gibt es Bilder?



Lara (15.9.11 00:37)
Wir haben zu fünft eine CD mit Bildern gekauft. Habe sie gestern Abend abgeholt ;-).

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